Kommunikation über proprietäre Kommunikationsprotokolle

CODESYS unterstützt die wichtigsten Standard-Kommunikationsprotokolle für den Datenaustausch zwischen Steuerungen, wie z. B. OPC UA. Darüber hinaus kann man mit Ethernet-basierten Feldbussystemen wie PROFINET oder EtherNet/IP ganz einfach Daten zwischen Steuerungen austauschen, und zwar durch die Implementierung der Master- und Slave-Funktionen. Dem Vorteil der Standardisierung steht bei all diesen Lösungen der Nachteil eines großen Overheads bei der Datenübertragung gegenüber.

Netzwerkvariablen

Einfacher und schneller geht es mit den sogenannten Netzwerkvariablen: Zur Verwendung dieses proprietären Protokolls werden globale IEC-61131-3 Variablen in einem speziellen Senderobjekt deklariert. Zusätzlich konfiguriert man das Objekt mit Informationen über die Art der Übertragung, wie z. B. Portadresse, über die Datenkomprimierung oder die Checksumme. Ob die Übertragung zyklisch, bei Änderung oder nach einem Event stattfinden soll, kann ebenfalls eingestellt werden. Das korrespondierende Empfängerobjekt benötigt lediglich die vom Sender exportierte Datenliste und kann sich dann an den Sender „andocken“. Somit werden die im Senderobjekt angelegten Variablen per Ethernet UDP an verbundene Steuerungen übertragen und können so die Daten empfangen. Die gewünschten Steuerungswerte können auf mehrere Netzvariablenlisten (NVL) zum Versand bzw. Empfang aufgeteilt werden.

Data Sources

Für die Visualisierung von Steuerungsdaten können Sie statt einer OPC DA/UA-Verbindung ebenfalls eine proprietäre Verbindung nutzen. Voraussetzung: Sie nutzen CODESYS HMI als Visualisierungsclient.

Im Data Source Manager können mehrere Objekte („Datenquellen“) angelegt werden, die sich gleichzeitig mit mehreren Steuerungen verbinden. So lassen sich mit einem Anzeigegerät und installiertem CODESYS HMI die Steuerungsdaten von verschiedenen Kleingeräten auslesen und darstellen. Dabei bleiben die Quellsteuerungen praktisch frei von CPU- oder Speicherlast. Die Freigabe der Daten auf den Quellsteuerungen erfolgt mit dem Objekt „Symbol Configuration“. Damit können die Daten bei Bedarf in unterschiedliche Objekte aufgeteilt werden. Sobald die Verbindung zur Quellsteuerung aufgebaut ist, kann man durch die exportierten Variablen browsen und diese verwenden.

Wie können Sie die proprietären Kommunikationsprotokolle verwenden?