CODESYS 4 – the web-based development environment

CODESYS®4 Die webbasierte Entwicklungsumgebung

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Was ist CODESYS 4?

Integrierte, webbasierte Entwicklungsumgebung

CODESYS 4 ist eine neue, webbasierte Entwicklungsumgebung für die IEC-61131-3-Programmierung. Als schlankes, plattformunabhängiges Werkzeug ergänzt sie das bewährte CODESYS Development System 3, zunächst für die Bibliotheksentwicklung in Strukturiertem Text. Weitere Funktionen kommen im Lauf der nächsten Monate kontinuierlich hinzu.

CODESYS 4: Plattformunabhängige Software für effiziente Bibliotheksentwicklung mit automatisierten Builds und Headless-Unterstützung.

Use Case 1

CODESYS 4 für die Bibliotheksentwicklung

Wer Bibliotheken für CODESYS-Steuerungen entwickelt, kennt die Situation: Versionskonflikte zwischen Teamkollegen, manuelle Build-Schritte, ein mächtiges Development System, das für fokussierte Bibliotheksarbeit mehr mitbringt als nötig, und eine Windows-Bindung, die auf dem Firmenserver oder im CI/CD-Prozess im Weg steht. CODESYS 4 ist plattformunabhängig und läuft auf allen gängigen Betriebssystemen. Zudem kann es im Headless-Modus verwendet werden.

Typischer Workflow: Von der Bibliothek bis zum Automatisierungsprojekt
Typischer Workflow: Von der Bibliothek bis zum Automatisierungsprojekt

Typischer Workflow: Von der Bibliothek bis zum Automatisierungsprojekt

01

Entwickeln

Bibliothek im ST-Editor von CODESYS 4 oder im CODESYS Development System 3 schreiben.

02

Versionieren

Projekt dank dateibasierter Ablage im Textformat direkt in Git einchecken, Änderungen nachvollziehbar vergleichen.

03

Automatisiert bauen

Über das CLI kompilieren und in eine CI/CD-Pipeline einbinden: Jede Änderung wird automatisch gebaut und gegen Testfälle geprüft.

04

Einbinden

Die fertige Bibliothek im CODESYS Development System 3 in das umfassende Automatisierungsprojekt integrieren und mit Ablage im Bibliotheksrepository beliebig weiterverwenden.

Release

 

Das erste Release erscheint im September 2026. Bis mindestens Ende 2028 können Sie CODESYS 4 kostenlos nutzen. Ein kostenpflichtiges Lizenzmodell kommt frühestens 2029.

Use Case 2

CODESYS 4 für einfache Applikationen

Wer kleine Maschinen, Prüfstände oder geräteintegrierte Anwendungen baut, braucht selten den vollen Funktionsumfang, sondern einen schnellen, durchgängigen Weg vom Projekt auf die Steuerung. Typisches Szenario: eine CODESYS-native Steuerung auf Raspberry Pi, Linux-Hardware oder Windows Soft-SPS mit überschaubarer Anzahl an IOs über Modbus angebunden.

Typischer Workflow: Vom Projekt bis auf die Steuerung

01

Anlegen

Projekt in CODESYS 4 erstellen und die CODESYS-eigene Zielsteuerung auswählen.

02

Programmieren

Logik in Strukturiertem Text und in Ladder-Netzwerken (Kontaktplan) schreiben, im modernen ST-Editor und im neu entwickelten Ladder-Editor.

03

IOs anbinden

Wenige digitale und analoge IOs über den Modbus-Konfigurator einrichten und die IO-Variablen mappen.

04

Laden und beobachten

Die Applikation auf die Steuerung laden, Variablen beobachten und Parameter zur Laufzeit anpassen.

Als Zielsteuerungen werden in der ersten Version ausschließlich CODESYS-native Runtimes unterstützt: Raspberry Pi, Windows Soft-SPS, Linux sowie Virtual Control für die Simulation. Drittanbieter-Hardware ist zunächst nicht vorgesehen.

Damit lassen sich erste vollständige Geräte-Projekte ohne den vollen Funktionsumfang von CODESYS Development System 3. Funktionen wie Online-Change, Debugging mit Breakpoints, Ladder-Monitoring oder weitere Feldbusse über Modbus hinaus folgen in späteren Releases. Bis dahin bleibt für diese Funktionen CODESYS 3 das richtige Werkzeug. Für die einfache Applikationsentwicklung und kleine Projekte ist CODESYS 4 schon ab der ersten Version produktiv einsetzbar.

Vorteile der webbasierten Entwicklungsoberfläche

Browser-Frontend

Läuft in gängigen Browsern (Firefox, Chrome, Edge, Safari u. a.) auf Windows, Linux oder macOS; lokale Installation ist möglich, aber nicht nötig.

Textbasierte Projektablage

Projekte werden als Sammlung von Textdateien (JSON, XML) in einer übersichtlichen Ordnerstruktur gespeichert, nicht in einem einzelnen Binärfile. Damit können Sie Projekte direkt in Git versionieren und vergleichen.

CLI & CI/CD-Integration

Compiler und Build-Prozesse können Sie per Kommandozeile (CLI) steuern: die Grundlage für automatisierte Build-Pipelines.

Flexibles Backend

Das Backend läuft auf Desktop-PCs, Firmenservern oder in der Cloud, auf Windows oder Linux, perspektivisch auch direkt auf leistungsfähigen Steuerungen.

CODESYS 4 CI CD Pipeline

Was bedeutet CI/CD für die OT-Entwicklung?

CI/CD (Continuous Integration / Continuous Delivery) ist ein Entwicklungsansatz aus der IT-Welt, der sich zunehmend auch in der Automatisierung etabliert. Konkret bedeutet das: Wenn Sie eine Funktion in Ihrer Bibliothek ändern, wird der Code automatisch kompiliert, gegen definierte Testfälle geprüft und bei Erfolg freigegeben. Schlägt ein Test fehl, erhalten Sie sofort eine Rückmeldung, egal, wer die Änderung vorgenommen hat.

Gerade bei Projekten, die über einen längeren Zeitraum weiterentwickelt werden, verhindert dieses Verfahren, dass sich Fehler einschleichen oder Dokumentation veraltet. Auch die Erfüllung von Compliance-Anforderungen, etwa im Kontext des Cyber Resilience Acts, wird durch automatisierte und dokumentierte Entwicklungsprozesse erleichtert.

Zusammenspiel von CODESYS 4 und CODESYS 3

CODESYS 3 ist und bleibt das umfassende Werkzeug für die Automatisierung, mit Motion Control, Feldbus-Stacks, Visualisierung und vielen mächtigen Komfortfunktionen. Es wird auf unabsehbare Zeit weiterentwickelt und gepflegt.

CODESYS 4 ergänzt das Development System 3 als schlanke, fokussierte Umgebung, zunächst für die Bibliotheksentwicklung in Strukturiertem Text. Wo das CODESYS Development System als Windows-Anwendung mit vollem Funktionsumfang arbeitet, setzt CODESYS 4 auf Browser-Frontend, textbasierte Ablage und CLI-Integration.

Kompatibilität zur Runtime

Beide Tools nutzen denselben Compiler und dasselbe Laufzeitsystem. Das bedeutet: Kompilierter Code aus CODESYS 4 läuft auf jeder Steuerung, die auch Code aus CODESYS 3 ausführt.

Bibliotheken austauschbar

Bibliotheken, die in CODESYS 4 entstehen, lassen sich in CODESYS-3-Projekte einbinden. Umgekehrt können CODESYS-3-Bibliotheken in CODESYS 4 verwendet werden.

Projekte konvertierbar

Ein Konvertierungstool ermöglicht den Wechsel von Projekten zwischen beiden Plattformen. Die Konvertierung kann im Einzelfall Einschränkungen mit sich bringen. Projekte sind zwischen CODESYS 4 und CODESYS 3 nicht direkt austauschbar.

Zentrale Verwaltung

Wenn das Backend auf einem Firmenserver läuft, arbeiten alle Entwickler automatisch mit derselben Version, inklusive passender Gerätebeschreibungen und Bibliotheken. Die Pflege unterschiedlicher lokaler Installationen entfällt.

Roadmap

Erstes Release (September 2026)

  • IEC-61131-3-Editor für Strukturierten Text (ST) und Kontaktplan (KOP)
  • Compiler für relevante Zielsysteme
  • Kommandozeilen-Interface (CLI) für Build-Automatisierung
  • Textbasierte Projektablage (JSON, XML) mit übersichtlicher Ordnerstruktur
  • Projekt- und Objektorganisation

Spätere Releases

  • Weitere IEC-61131-3-Sprachen (AS, FUP)
  • Grafische Editoren und Konfiguratoren
  • Feldbus-Stacks (geplanter Start: Modbus)
  • Integriertes Debugging (Breakpoints, Watch, Online-Monitoring)
  • Refactoring, statische Analyse
  • Visualisierung, Motion, OPC UA

Funktionsumfang

Der anfangs noch begrenzte Funktionsumfang ist eine bewusste Entscheidung: Die neue Architektur (dateibasierte Projektablage, Trennung von Frontend und Backend, CLI, Extension-Modell) bildet ein zukunftsfähiges Fundament, auf dem der Funktionsumfang Release für Release wächst.

Sie möchten CODESYS 4 als Early Adopter testen? Dann registieren Sie sich jetzt über unser Anmeldeformular!

Neugierig geworden?

Weitere Informationen können Sie im Interview mit Kevin Ketterle nachlesen.